F11 und F11 Museum
F11/Södermanlands Flygflottilj, auf Skavsta bei Nyköping, wurde am 15. Oktober 1941 eingeweiht.
Die Flotte war eine reine Aufklärungsfliegerflottilje. Die Flugzeuge bestanden ursprünglich unter anderem aus Saab 17, Saab 18 und Caproni (Schweden kaufte 84 Stück aus Italien). 1948 kam die Spitfire hinzu (Schweden kaufte 50 Stück aus England). Da diese Flugzeuge von den Typen Jagd und Angriff waren, mussten die Flugzeugmechaniker von F11 selbst die Kamerahalterungen entwerfen und passende Kameras suchen. Dieses Wissen wurde von Saab in den folgenden Flugzeugen genutzt: Tunnan, Lansen, Draken und Viggen, die alle von Anfang an für die Aufklärung konzipiert wurden und damit ein „S“ in ihrer Typnummer erhielten. F11 war mit rund 900 Festangestellten in den Glanzzeiten der 50er Jahre die größte Luftwaffenflottille Schwedens. Ungefähr 15.000 Wehrpflichtige haben ihren Dienst bei der Flottilje geleistet.
Nach der Schließung im Jahr 1980 startete die F11 Kameradschaftsvereinigung. Die Mitglieder sammelten Flugzeugteile, Bilder und Dokumente, die weggeworfen werden sollten. Am 15. Oktober 1991 wurde das F11 Museum eingeweiht, mit interessanten Sammlungen von Flugkuriosa, Instrumenten und Dokumentationen. Man befand sich damals in dem Gebäude, das heute erweitert das Museumsgebäude ist. Bald kamen Flugzeuge hinzu – S29 Tunnan und S32 Lansen – die von den Mitgliedern renoviert wurden. Die Flugzeuge mussten draußen stehen. Das Museum erhielt auch die Möglichkeit, Schwedens einzigen erhaltenen mobilen Nachrichtenzug zu integrieren, wo man das Entwickeln von Filmen, die Fotointerpretation und die Flugleitung im Feld zeigen kann. Im Jahr 2000 wurde die Flugzeughalle eingeweiht, nach einigen Jahren Bauzeit durch u.a. eigene Mitglieder. Die Flugzeuge konnten nun endlich drinnen stehen. Die Sammlungen wurden bald durch S35 Draken und SF37 Viggen erweitert. Einige Jahre später erhielt das Museum die Möglichkeit, einen amerikanischen Spionageballon zu zeigen, der auf seinem Weg in die Sowjetunion am 20. Januar 1956 in den See Yngaren abstürzte.
Heute ist das F11 Museum ein beliebtes Erlebniszentrum mit zwei Flugsimulatoren – Viggen und Cessna.
Ein dritter Simulator (MU-2, zweimotoriges Düsenflugzeug, das von Saab für den Zielschießbetrieb genutzt wurde) soll Anfang 2015 in Betrieb sein. Das F11 Museum hat den Status als Schwedens Flugaufklärungsmuseum. Dies macht uns einzigartig und zieht Besucher aus großen Teilen Europas an.